LUISE GABEL

Luise Gabel trägt ihr Herz auf der Zunge. Sie ist der Meinung, dass Worte kein tristes Dasein auf dem Papier verdient haben, sondern im Raum freigelassen werden müssen.

Ihre sprechkünstlerische Ausbildung absolvierte sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, ihre Ausbildung im Bereich Performance an der School of Visual Theater Jerusalem. Sie besuchte mehrere Meisterkurse in Körper- und Textarbeit bei Jurij Vasiliev von der Theaterakademie St.Petersburg und schloss 2013 zusätzlich zum künstlerischen auch ihr pädagogisches Studium als Sprecherzieherin mit einem Diplom ab.

Ihre ersten Berührungen mit Text und Musik liegen jedoch viel weiter zurück - und weit entfernt vom Akademieleben, dort, wo Lyrik auf Straße trifft - im Sprechgesang. Als junges Mädchen konnte sie sich im rauhen Umfeld zwischen Beats, Breakdance und Graffiti behaupten und machte es sich zur Aufgabe, in diesem Genre auch den zarteren Tönen Gehör zu verschaffen. Sie entdeckte ihre Liebe zum gesprochenen Wort, die sich von hier aus schnell auf weitere Darbietungsformen ausdehnte.

Heute fühlt sie sich im Feld zwischen Sprache, Gesang und jeglicher Art der vokalen Klangerzeugung zu Hause. Als freie Sprecherin für Rundfunk, Fernsehen und Kino spricht sie Dokumentationen und Features und leiht im Synchron Trickfiguren und fremdsprachigen Schauspielern ihre Stimme. 

Sie wirkte an Liederabenden, Drameninszenierungen und Performances an mehreren Theatern im deutschsprachigen Raum mit, unter anderem am Schauspielhaus Zürich, dem Theaterhaus Jena und zusammen mit dem Künstlerkollektiv Zentrum für politische Schönheit beim Steirischen Herbst in Graz. Ihr Arbeitsbereich ist abhängig von der jeweiligen Produktion aber umfasst im Großen und Ganzen Songwriting, Vokale Arrangements, elektronische Klangproduktion und Stimm- und Präsenzarbeit mit den Schauspielern. Gelegentlich übersetzt sie auchTheatertexte fremdsprachiger junger Autoren ins Deutsche, aktuell für das Deutsche Theater Berlin.

Sie kann sich für Wortgebilde aller Epochen begeistern, jedoch liegen ihre Vorlieben im Bereich der zeitgenössischen Literatur. Ihren Beitrag zum Argo Ensemble sieht sie im Experimentierfeld zwischen gesprochenem Wort und Performance.